„Danke! Wir freuen uns schon aufs nächste Mal“ – diesen Satz hörten die Organisatoren  am 2. Juli im Laufe des Tages oft von den rund 150 Gästen des ersten Erftstädter Lesefestes.


Fast den ganzen Tag konnten sich die Inhaber und Inhaberinnen des Lesepasses ihr eigenes Programm aus 13 Lesungen zusammenstellen und zwischen dem Pfarrzentrum St. Kilian und dem Innhof des alten Amtsgerichtes in Lechenich hin und her spazieren. Einige Zuhörer haben sich die Aufgabe gestellt, in jede Lesung einmal hineinzuschauen, andere hatten einen festen Ablaufplan und wieder andere sind einfach an einem Ort geblieben, um auch Neues zu entdecken.


Mit der Eröffnung in der Stadtbücherei Erftstadt fiel der Startschuss für das Lesefest – Stefanie Gerstenberger las den Kindern des Workshops „Spiel und Spaß mit Sprache“, der bereits im Vorfeld des Lesefestes stattgefunden und ihren Eltern aus der Wunderfabrik vor – und von dort aus ging es vielfältig weiter. 


Christian Bauer und Monika Nießen-Horré lasen im großen Saal des Pfarrzentrums in verteilten Rollen aus dem Krimi „Klara Klühs und die weiße Jade“, während im Innenhof Fabienne Siegmund ihren Roman „Das Mühlenreich“ vorstellte und das Buch mit kleinen Anektdoten mit ihrer eigenen Kindheit in den Wiesen zwischen Lechenich und Ahrem verband. 


Stefanie Gersternberger und Anna Thaler erzählten in ihren Romanen spannende Familiengeschichten aus alten Zeiten, der Remagener Autor Wolfgang Kaes las gemeinsam mit seiner Frau aus dem Polit-Thriller „Das Lemmingprojekt“ und Katharina Seck erzählt in ihrem Roman „Die letzte Dichterin“ von der Macht der Kunst.


Dass sich besonders die Autorinnen und Autoren aus Erftstadt  besonderer Beliebtheit erfreuten, zeigten auch die beiden Lesungen der Lesefest Allstars, die aus den Jungen Autoren von Szene 93 und der Schreibgruppe der Kraniche bestanden und ausgewählte Kurzgeschichten zum Besten gaben, musikalisch begleitet vom Saxophon Quartett „saxFUsion“.  Auch das Treffen zwischen Lechenich und Liblar, vertreten durch Ulrich Harbecke und Dieter Esser wurde von vielen als besonderes Highlight bezeichnet. 


Natürlich kann aber auch einem solchen Tag nicht alles glatt gehen – so mussten kurzfristig die Zuschauer im Innenhof des alten Amtsgericht „befreit“ werden, weil das Tor zugefallen war und sich ohne Schlüssel nicht von innen öffnen ließ. Zum Glück war die Lesung von Marc Raabe aus dem Thriller „Violas Versteck“ so spannend, dass dies kaum jemand mitbekam und der Abend bei den beiden Lesungen von Carsten Henn („Der Geschichtenbäcker“) und Kai Meyer und Bernhard Hennen,  die nicht nur aus ihren aktuellen Romanen sondern auch aus unveröffentlichten Texten lasen, gemütlich und mit viel Begeisterung ausklingen konnte.

 
Und während sich die Zuschauer langsam auf den Heimweg machten, begann für die Organisatoren der Abbau … und bei aller Erschöpfung auch schon ein bisschen die Vorfreude auf das nächste Lesefest 2024. 

 


 

Um die Wartezeit bis zum nächsten Lesefest zu verkürzen, präsentieren die bestens vernetzten Autoren der Schreibgruppe “Die Kraniche” und Szene 93 eine höchst unterhaltsame und abwechslungsreiche neue Lese-Reihe. 
  
Immer am letzten Donnerstag des Monats findet im gemütlichen alten Kino in Köttingen, dem Studio 93, die “Studiolesung” statt. Gleich mit der ersten Lesung freuen wir uns auf eine besondere Künstlerin: Luci van Org. Sie setzt die Maßstäbe für die Reihe, zeigt uns, dass Lesungen alles andere als langweilig sind! 
  
 


25.08.2022: Luci van Org “Die Mehrzweck-Entertainerin”
  
Luci van Org ist nach eigener Aussage Mehrzweck-Entertainerin – und das beschreibt die Vollblutmusikerin (Lucina Soteira, ehemals Lucilectric), Songwriterin (u.a. für James Last und Nina Hagen), Produzentin, Illustratorin und Autorin perfekt.  Für die erste Studiolesung hat Luci  van Org nicht nur ihren Roman Vagina Dentata im Gepäck, sondern auch einige Kurzgeschichten und ihre Gitarre. 
  
 


29.09.2022: M.W. Ludwig
  
Mit dem “Earl von Gaudibert”, der im viktorianischen England Zeitalter eine waghalsig wie trickreiche Reise zum Mond antritt, hat M.W. Ludwig eine spannende, humorvolle und trickreiche Krimireihe erfunden. 
  
 


27.10.2022: Germaine Paulus und Isa Theobald “Im Unterdeck”
  
Die Saarländer Autorinnen Isa Theobald und Germaine Paulus lieben Geschichten, beide schreiben erfolgreich Romane (Isa Theobald „Die Tochter der Sterne“; Germaine Paulus „Und die Moral“), vor allem aber schlagen ihre Herzen auch für Kurzgeschichten, wie sie immer wieder  als Herausgeberinnen verschiedener Anthologien oder in Saarbrücken auf ihrem eigenen Lesungsformat „Im Unterdeck“ unter Beweis stellen. 
  
Jetzt kommen sie mit teils ernsten, teils lustigen, hier schaurigen und dort skurillen Geschichten erstmals nach Erftstadt. 
  
 


24.11.2022: Jenny Wood “Totenfluch”
  
Es war  Zufall, dass Jenny Wood  vor einigen Jahren im Rahmen einer Kurzgeschichten-Ausschreibung zu ägyptischen Göttern auf den hierzulande nur wenig bekannten Totengott Mafed stieß – aber es sollte Schicksal werden. 
  
Im Frühling 2022 erschien mit „Totenfluch“ ihr Debütroman, in dem eben jener Mafed als Rechtsmediziner im heutigen New York gemeinsam mit seinem Partner, Detektiv Barnell, gemeinsam auf die Jagd nach Mördern geht. 
  
 


29.12.2022: Christian Handel  präsentiert: “Von Zauberspiegeln und Hexenwäldern” 
  
Wir beenden das erste Jahr der Studiolesungen märchenhaft – seit mehr als fünf Jahren veröffentlicht der Berliner Autor und Herausgeber Christian Handel Kurzgeschichtensammlungen, in den Autorinnen und Autoren aus aller Welt alten Märchen und Legenden neue, teils ungewohnte Kleider verpassen, die Vorgeschichten der vermeintlichen Bösen erzählen und das viel zitierte Happy End weiterspinnen.  Im Studio 93 werden u.a. Sameena Jehanzeb und Nina und Stephan Bellem zu Gast sein. 
  
 


Spielort: 
  
Studio93 von Szene 93
Kirchplatz 3, Erftstadt-Köttingen 
 
Eintrittspreise: 
  
5 €/ erm. 3 € (für Schüler, Studenten & Azubis bis 30 Jahre)
Zur Kartenreservierung (bei szenze93.de) hier klicken!