
Jens Wawrczeck, 1963 in Dänemark geboren, wurde als Schauspieler und Hörbuchinterpret mehrfach ausgezeichnet, veröffentlichte 2020 sein Debütalbum als Sänger und arbeitet sporadisch als Synchronbuchautor und Regisseur. Besondere Bekanntheit erlangte er mit der Hörspielserie »Die drei Fragezeichen«. Auf seinem Label audoba und in seinem Bühnenprogrammen »Hitch und ich« widmet er sich der Literatur, die den großen Alfred Hitchcock zu seinen Filmen inspirierte.
Wir haben Jens Wawrczeck gefragt:
Was können Autoren von Hitchcock als Erzähler lernen?
Hitchcock wurde von den Begründern der nouvelle vague nicht umsonst als „Autor“ bezeichnet, als ein Regisseur, der eine ganz eigene Bildsprache entwickelt hat und eine klare Handschrift erkennen lässt.
Wenn er Romane adaptieren ließ – im Laufe seiner Karriere immerhin 42. – entschlackte er die Vorlagen und warf alles, was er als überflüssig empfand, über Bord.
Und ich denke, dies könnten einige Autoren von ihm lernen: die Konzentration auf das Wesentliche, die Genauigkeit in den Bildern, die geschaffen werden, die Verdichtung. Hitchcocks Filme leben von einer enormen Präzision.
Welche Rolle würden Sie gerne in welchem Hitchcock Film spielen und warum?“
Dies ist kein Wunsch, den ich heimlich hege. Hitchcocks Darstellerinnen und Darsteller sind perfekt besetzt. Wenn ich mich für eine Figur entscheiden müsste, dann wäre es eventuell Mr. Memory aus „Die 39 Stufen“, einem frühen Hitchcockfilm aus seiner britischen Phase. Mr. Memory ist ein Varietékünstler, der darunter leidet, dass er das ganze Wissen der Welt in sich trägt, darunter auch brisante Spionagegeheimnisse – schließlich befinden wir uns in einem Hitchcockfilm. Die Rolle ist sowohl komisch, als auch tragisch. Sehr skurill und darum höchst reizvoll.
© Bild Christian Hartmann